W126: Eine andere S-Klasse
Aus dem Türkischen übersetzt
Es gibt Autos, die nicht bloß ein Modell sind, sondern eine Epoche verkörpern. Der W126 ist genau so eine S-Klasse. Er gehört zu einer anderen Welt, und das spürt man, sobald man sich ans Steuer setzt.
Wenn man den W126 zum ersten Mal sieht, bemerkt man das sofort. Es gibt keine Übertreibung, aber es gibt Gewicht. Er ist nicht auf Show aus, aber er ist ernsthaft. Das satte Geräusch, wenn man die Tür schließt, der Blickwinkel hinter dem Lenkrad, die Art, wie der Sitz einen trägt … All das ist das Ergebnis eines Ingenieursverständnisses, dem man heute nicht mehr begegnet. Dieses Auto wurde nicht gebaut, um „verkauft“ zu werden, sondern um jahrelang gefahren zu werden.
W126 und W140 werden oft verglichen, und das ist unvermeidlich. Der W140 ist größer, breiter und schwerer. Technologisch geht er weiter, aber das hat seinen Preis. Besonders die Sitzfrage zeigt diesen Unterschied sehr deutlich. Der W126 ist die letzte S-Klasse von Mercedes mit Federkernsitzen. Diese Sitze sind weniger Schaumstoff als vielmehr ein System, das den Körper trägt. Beim W140 überwiegt der Schaumstoff; er wirkt moderner, bietet aber auf langen Strecken nicht das Gefühl, das der W126 vermittelt.
Auch bei der Elektronik zeigt sich ein ähnlicher Philosophieunterschied. Im W140 gibt es viel Elektronik; im W126 genau so viel, wie nötig ist. Es gibt Systeme wie Fenster, Klimaanlage und Sitzverstellung, aber sie sind nicht kompliziert. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Elektronik des W126 heute noch langlebiger ist.
Mit der Zeit steigt weltweit die Zahl der verschrotteten W126. Vernachlässigte, ungepflegte oder in falschen Händen verschlissene Fahrzeuge verschwinden nach und nach von der Bühne. Das macht ordentliche Exemplare von Tag zu Tag wertvoller. Besonders die SEL-Modelle sind mit ihrem langen Radstand und ihrer Beinfreiheit im Fond immer einen Schritt voraus. Sie sind schwerer auf dem Markt zu finden, und das steigert ihren Wert.
An dieser Stelle darf man den C126 nicht unerwähnt lassen. Der C126, das erste S-Coupé, ist heute nicht mehr nur ein Klassiker, sondern ein Sammlerauto von globalem Rang. Teile für C126 und W126 werden weltweit zu astronomischen Preisen verkauft. Der C126 ist wohl zum prestigeträchtigsten und am schwersten erreichbaren Gesicht der W126-Familie geworden.
Mit einem W126 zu leben ist so realistisch wie romantisch. Dieses Auto kauft man auf keinen Fall als einziges Auto. Einen guten Meister zu finden ist schwer, Zubehör zu finden noch schwerer. Mechanische Teile sind größtenteils zu bekommen, aber Verkleidungen, Zubehör und kleine Details erfordern ernsthaft Zeit und Budget.
In vollen Städten zu parken erfordert Geduld. Wer an den Kraftstoff denkt, sollte diese Welt gar nicht erst betreten; diese Autos kauft man nicht mit der Frage „Was verbraucht er?“.
Der größte Irrtum ist die Idee, einen vernachlässigten W126 günstig zu kaufen und wieder herzurichten. Auf dem Papier sieht das verlockend aus, aber im echten Leben können die Kosten oft das Zwei- bis Dreifache des Fahrzeugwerts oder mehr betragen. Außerdem erfordert es, einen einmal verkommenen W126 wieder in den alten Zustand zu bringen, nicht nur Geld, sondern auch ernsthaft Zeit und Geduld. Deshalb ist es immer klüger, ein ordentliches, wenn möglich kostenfreies Exemplar zu bevorzugen.
Letztlich ist der W126 mehr als ein Auto. Er hat ein ganz eigenes Gewicht und eine Seele. Der W126 ist wirklich eine andere S-Klasse. Und jeder, der in diese Welt eintritt, weiß das ganz genau.



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