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Die Legende von Ferrari Testarossa und Lamborghini Countach

Aus dem Türkischen übersetzt
Die Legende von Ferrari Testarossa und Lamborghini Countach

Als der Ferrari Testarossa 1984 die Bühne betrat, wurde es auf Lamborghinis Seite ein wenig still. Der Countach war schon seit Jahren da; der Testarossa ließ den Countach zum ersten Mal ernsthaft alt aussehen. Er war breiter, raffinierter, sein Innenraum galt als geräumiger, und vor allem hatte Ferrari es geschafft, das Auto nicht mehr nur „verrückt“, sondern auch vernünftig wirken zu lassen. Deshalb musste der wütende Bulle jetzt jemandem zeigen, wo seine Grenzen sind.

Diese Antwort war kein neues Modell, sondern der wildere und rebellischere LP5000 des Countach. Zum ersten Mal erreichte ein Serienauto 310 km/h. Der riesige Heckflügel war inzwischen das Objekt der Begierde unserer aller Kindheit. Doch tatsächlich war dieser Flügel in den ersten Plänen der Fabrik gar nicht vorgesehen. Lamborghini-Ingenieure sagten sogar offen, dass der Flügel bei hohem Tempo die Performance nicht steigerte, sondern im Gegenteil die Höchstgeschwindigkeit senkte. Doch ein Kunde – angeblich ein Schweizer – sagte: „Ich will das haben“, zahlte, und der Flügel wurde montiert. Der Rest ist bekannt: Alle wollten ihn. Lamborghini nahm ihn mit den Worten „wenn ihn schon alle wollen“ in die Optionsliste auf. Eines der ikonischsten Teile der Automobilgeschichte entstand also nicht aus reiner Ingenieurskunst, sondern aus der Laune eines Kunden.

Ferrari nutzte bei der Entwicklung des Testarossa aktiv den Windkanal; das war auch der Grund für die berühmten „Käsereibe“-Lamellen an den Seiten. Lamborghini hatte diesen Luxus dagegen nicht. Die Aerodynamik des Countach entstand weitgehend nach der Methode „Hat es geklappt oder nicht?“. Alles, was auf dem Papier aggressiv aussah, wurde dem Auto hinzugefügt, ob es funktionierte, war oft zweitrangig. Laut einer Erzählung bei Top Gear konnte Lamborghini den Windtest nur mit Fäden machen, die man am Auto befestigt hatte.

Im Vergleich zum Ferrari Testarossa war dieser Unterschied sehr deutlich. Das Design des Testarossa schrie nicht, aber es erzählte. Der Countach erzählte nicht, er schrie. Der Testarossa war bei hohem Tempo stabiler und auf langen Strecken vertrauenerweckender. Beim Countach war hohes Tempo dagegen auch eine Frage des Mutes.

Gegen Ende der 1980er-Jahre waren die amerikanischen Abgasvorschriften verschärft worden. Ferrari tat sich schwer, diese Vorschriften zu erfüllen, schaffte es aber. Lamborghini hatte dagegen ernsthafte Schwierigkeiten, den Countach in die USA zu bringen. So sehr, dass manche Versionen, weil sie die amerikanischen CO2- und Abgasvorschriften nicht erfüllten, offiziell nicht importiert werden konnten. Deshalb fuhr der Countach in den USA meist über „Graumarkt-Importe“, mit Sondergenehmigungen oder in nachträglich umgebautem Zustand herum.

Eine der interessantesten Spiegelungen dieser Situation in der Popkultur ist der Film Rain Man (1988). Der Film beginnt mit den Problemen, die Tom Cruise beim Zoll hat, als er 4 Countach nach Amerika einführen will. Der Countach war also nicht nur auf der Straße, sondern sogar auf dem Papier rebellisch. Übrigens fuhr Tom Cruise im Film einen Ferrari 400. Der Countach war für ihn in diesem Moment ein unmögliches Auto, das er nicht einmal durch den Zoll bekam.

Der Testarossa dagegen war in Amerika geradezu wie zu Hause. Mit seiner breiten Karosserie, den Versionen mit Automatikgetriebe, dem klimatisierten Innenraum und der Haltung „ich bin ein Supersportwagen, aber ich strapaziere dich nicht“ fand er auf dem US-Markt viel leichter Akzeptanz. Miami Vice war dafür die Schaufenster; unser Sonny mit hochgekrempelten Ärmeln brachte mit seinem weißen Ferrari Testarossa alles zum Glühen. In Segas Spiel Out Run erlangte er als Hauptdarsteller mediale und aktuelle Berühmtheit.

Zusammengefasst war die Antwort des Countach nach dem Erscheinen des Testarossa nicht technologisch, sondern emotional. Ferrari versuchte, „einen besseren Supersportwagen“ zu bauen. Lamborghini baute dagegen „einen noch verrückteren Lamborghini“. Der eine wurde im Windkanal geformt, der andere in der Garage des Kunden. Der eine lernte, sich mit den Regeln zu arrangieren, der andere zuckte mit den Schultern über die Regeln.

Und vielleicht reden wir deshalb heute noch über diese Autos, in deren Herzen ein grollender, gewaltiger 12-Zylinder liegt:

Der Testarossa ist das Auto, das uns im Gedächtnis bleibt,

der Countach dagegen ist das Auto, das unserem inneren Kind zuschreit und uns noch immer begeistert, wo auch immer wir es sehen.

Ebenfalls bei Top Gear hat Richard Hammond die Lage für diese Autos kurz zusammengefasst mit den Worten: „Autos, deren Poster man im Schlafzimmer aufhängen kann.“

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